Neue Mittelschule

NMS Rainbach – eine gute Schule

Seit 2012 ist unsere Schule eine Neue Mittelschule. Die Leistungsgruppen wurden aufgelöst, der Unterricht findet in heterogenen (ungleichartigen) Gruppen statt. In den Fächern Mathematik, Englisch und Deutsch unterrichten jeweils zwei Lehrkräfte. Doch die NMS ist viel mehr als eine neue Organisationsform, es ist ein pädagogisches Konzept, das für eine zeitgemäße Schule für alle 10- bis 14- Jährigen steht.

Jede neue Mittelschule hat den Auftrag, zeitgemäße Schule im Dienst des Lernens der Schülerinnen und Schüler zu gestalten, um maximale Bildungschancen und Zukunftsoptionen für jedes Kind zu sichern. Junge Menschen werden in ihrer Entwicklung zu mündigen, beitragenden Mitgliedern der Gesellschaft gefordert und gefördert, damit sie resilient (psychisch widerstandsfähig) und kompetent der Zukunft im 21. Jahrhundert begegnen können.

Das Leben ist beeinflusst von Globalisierung, Technologien und der damit verbundenen Beschleunigung, es ist wesentlich anders geworden. Unsere Schülerinnen und Schüler werden sich in der unbekannten Zukunft mit Lösungen von Problemen, die sie nicht verursacht haben, beschäftigen müssen. Damit Schule ihrem Bildungsauftrag gerecht werden kann, muss auch sie sich weiter entwickeln.

Die NMS Rainbach hat diesen Auftrag angenommen und einiges hat sich in den letzten zwei Jahren verändert. Das neue pädagogische Konzept erfordert neue kooperative und offene Lernformen. Innere Differenzierungsformen kommen verstärkt zum Einsatz, damit Leistungsschwächen nicht ausgesondert, sondern gefördert werden. Unterricht und Beurteilungskonzepte bieten Transparenz und Orientierung. Praxisorientiertes, projektorientiertes und selbsttätiges Lernen von Schülerinnen und Schüler wird gefordert und gefördert.

Unsere Schule ist in Bewegung und hat sich die Umsetzung dieses Konzepts zum Ziel gesetzt.

Neu in der NMS: 

Die Ergänzende Differenzierte Leistungsbeschreibung (EDL) soll Stärken sichtbar machen.

Sie wurde mit der NMS Gesetzgebung eingeführt. Zusätzlich zum Jahreszeugnis erhalten die Schülerinnen und Schüler eine schriftliche Beschreibung ihrer Leistungsstärken. Die EDL kann als zusätzliche Information für Schülerinnen/Schüler, Eltern/Erziehungsberechtigte, Lehrerinnen/Lehrer, weiterführende Schulen sowie zukünftige Arbeitgeberinnen/ Arbeitgeber verstanden werden. Sie soll auch zur Entscheidungsfindung und –begründung bei Fragen des Übertritts in weiterführenden Schulen herangezogen werden.

 

KindElternLehrer (KEL) – Gespräche fördern Kommunikation und Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Dieses Gespräch wird von den Schülerinnen und Schülern selbst gesteuert. Sie präsentieren Ergebnisse ihrer Arbeit, blicken auf ihre fachlichen und persönlichen Lernerfahrungen zurück und formulieren Vorhaben und Ziele für die nächste Zukunft.

Die Erwachsenen sind aufmerksame Zuhörerinnen und Zuhörer, geben wertschätzende Rückmeldungen. Gemeinsam können Vereinbarungen getroffen werden, gemeinsam werden Stärken gepflegt und forciert.

 

Leistungsbeurteilung:

Die Benotungspraxis wird weiterhin von der LBVO (Leistungsbeurteilungs-Verordnung) geregelt und bleibt grundsätzlich unverändert:  Leistungsqualität wird auf Basis objektiver Kriterien (Sachnorm) im Rahmen der Leistungsfeststellung gemessen und die Note auf Basis von Leistungs-Ergebnissen orientiert an den Beurteilungsstufen der LBVO ermittelt.  Dabei sind die Aspekte „eigenständige Anwendung“ und „Wesentlichkeit“ zu berücksichtigen.

In der 5. und 6. Schulstufe ist keine Differenzierung in vertiefte und grundlegende Allgemeinbildung zu treffen. Das heißt: hohe Anforderungen an alle. Die Notenskala von „Sehr gut“ bis „Nicht genügend“ deckt die gesamte Leistungsbreite der grundlegenden und vertieften Allgemeinbildung ab.

In der 7. und 8. Schulstufe:  Alle Formen der Leistungsfeststellungen müssen sowohl die grundlegende als auch die vertiefte Allgemeinbildung abbilden und somit allen Schüler/innen alle Komplexitätsstufen über das ganze Schuljahr hinweg eröffnen.

Eine Beurteilung nach vertiefter Allgemeinbildung zeigt den höheren Komplexitätsgrad, mit dem eine in der Leistungsfeststellung vorgesehene Aufgabe gelöst wurde, auf.

Eine negative Beurteilung in der vertieften Allgemeinbildung gibt es in der 7. und 8. Schulstufe nicht, da in diesem Fall die Schülerin/der Schüler entsprechend der grundlegenden Allgemeinbildung mit 3 oder 4 beurteilt wird.

Die Note 1 oder 2 in der Beurteilung nach der grundlegenden Allgemeinbildung führt in jedem Fall zu einer positiven Note in der vertieften Allgemeinbildung.

 

 

Quelle: Gute Schule. Neue Mittelschule. Tanja Westfall-Greiter, Barbara Schratz, Christoph Hofbauer 2015; Bundeszentrum für lernende Schulen – NMS Entwicklungsbegleitung/ Pädagogische Hochschule NÖ/ School of Education, Universität Innsbruck